Spätempire- oder Biedermeier-Sofa, norddeutsch um 1830, Mahagoni massiv und auf Nadelholz furniert. Das Sofa ist angenehm gepolstert und mit dekorativen gedrechselten und geschnitzten Elementen wie den Füßen oder den Zapften an der Rückenlehne ausgestattet. Die Bauweise würde heute Modulbauweise genannt, da die einzelnen Teile mit Schraubverbindungen aneinander befestigt sind.
B.: 161 cm H.: 92 cm T.: 68 cm
Das Biedermeier-Sofa befindet sich weitgehend im Originalzustand. Es weist die originale Holzoberfläche auf. Es ist als Zweisitzer gebaut und bietet angenehmen Sitzkomfort.
Norddeutsches / Süddeutsches Biedermeier in Kürze
Das norddeutsche und süddeutsche Biedermeier unterscheiden sich vor allem in ihrer Formensprache und der Wahl der Hölzer. Hier ist eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Unterschiede:
Norddeutsches Biedermeier (Preußen, Berlin, Hamburg)
Form
Streng, geradlinig, geometrisch und fast schon architektonisch. Es orientiert sich stark am Klassizismus (wie auch hier, oft beeinflusst durch den Architekten Karl Friedrich Schinkel).
Hölzer
Bevorzugt wurden dunklere oder sehr kontrastreiche Hölzer wie Mahagoni, aber auch Birke und Esche.
Gestaltung
Es gibt kaum verspielte Dekorationen. Die Ästhetik entsteht durch große, durchlaufende und oft gespiegelte Furnierflächen (Spiegelfurnier). Als Kontrast wurden gerne ebonisierte (schwarz gefärbte) Details wie Säulen oder Schlüsselschilder eingesetzt. Markant sind auch oft feine helle Adern die dunkle Holzflächen rahmen oder unterteilen.
Süddeutsches Biedermeier (Bayern, Baden, Württemberg, oft auch Österreich/Wien zugeordnet)
Form
Weicher, fließender und oft leicht geschwungen. Die Möbel wirken insgesamt gefälliger und weniger streng kubisch. Die Beine sind häufiger ausgestellt oder geschweift.
Hölzer
Hier dominierten warme, helle Obsthölzer, allen voran Kirschbaum, aber auch Nussbaum die zu ihrer Entstehungszeit aber oft rotbraun gefärbt wurden um das wertvolle Mahagoni zu ersetzen oder vorzutäuschen.
Gestaltung
Das süddeutsche Biedermeier ist etwas ideenreicher, wärmer und daher dekorativer.
Auf den Punkt gebracht
Norddeutschland baute kühle, architektonisch-strengere Möbel mit Fokus auf exakte Furnierarbeit, während der Süden wärmere, weichere und leicht verspielte Formen bevorzugte.




