Stuhlpaar

Ein Paar antike Louis-seize-Stühle aus hellem Holz mit dunklen Polstersitzen in der Frontalansicht vor einem neutralen grauen Hintergrund.
Nahaufnahme der fein geschnitzten Rückenlehne mit durchbrochenen Ringmotiven und zentralem Vasen-Ornament.
Sehr feine und präzise Schnitzerei in der Rückenlehne
Nahaufnahme der fein geschnitzten Rückenlehne mit durchbrochenen Ringmotiven und zentralem Vasen-Ornament.
Schnitzerei in Großaufnahme
Detailansicht der Stuhlbeine und des unteren Rahmens, die die vertikalen Kannelierungen und die Holzmaserung zeigt.
Detail des fein geschnitzten Stuhlbeines und der gedrechselten und geschnitzten Rosetten
Louis-XVI-Stuhl von der rechten Seite gesehen
Ansicht eines der Stühle von rechts
Detailaufnahme der Rückenlehne eines Louis-seize-Stuhls aus hellem Holz mit einer Galerie aus fünf durchbrochenen Ringen und einem zentralen, geschnitzten Vasen-Ornament mit dekorativen Girlanden.
Blick auf die Rückseite eines der Stühle

Paar feine Louis-seize-Stühle aus bayerisch Schwaben um 1790, Kirschbaum massiv, mit reicher Schnitzarbeit. Ausgesägtes und raffiniert geschnitzte Blätter und Rankenwerk in der Rückenlehne. Für Louis-seize-Sitzmöbel typische, sich nach unten verjüngende Füße, gedrechselt, kanneliert und ebenfalls fein geschnitzt.

B: 45 cm       H: 94 cm        T: 47 cm

Ein wundervoll geschmücktes Paar mit originaler Holzoberfläche in warmem Kirschbaum. Das ausgefallene Louis-seize-Stuhlpaar bietet durch die angenehm konkav geschweifte Rückenlehne und seine erneuerte Polsterung hohen Sitzkomfort.

Preis auf Anfrage

 

Warum sind diese Stühle typisch für das letzte Viertel des 18. Jahrhunderts?

Diese Stühle sind exzellente Beispiele für den Klassizismus (in Frankreich als Louis-seize bekannt), der das letzte Viertel des 18. Jahrhunderts (ca. 1775–1800) prägte. Dieser Stil war eine bewusste Abkehr von den verspielten, asymmetrischen Formen des vorhergehenden Rokoko.

Hier sind die Gründe, warum die Gestaltung dieser Stühle so bezeichnend für diese Ära ist:

Rückkehr zur Geradlinigkeit und Symmetrie

Im Gegensatz zu den geschwungenen „Cabriole“-Beinen des Rokoko sind die Beine dieser Stühle streng gerade und verjüngen sich nach unten. Die gesamte Konstruktion folgt einer klaren geometrischen Logik und vollkommener Symmetrie. Dies entsprach dem damaligen Zeitgeist, der Ordnung und Vernunft betonte.

Inspiration durch die Antike

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts lösten die Ausgrabungen in Pompeji und Herculaneum eine regelrechte Begeisterung für die griechische und römische Antike aus. Das spiegelt sich hier in architektonischen Details wider:

Kannelierungen: Die vertikalen Rillen in den Stuhlbeinen sind den Kanneluren antiker Säulen nachempfunden.

Kapitelle: Der kleine profilierte Abschluss am oberen Ende des Beins ähnelt dem Kapitell einer Säule.

Louis-seize-Stühle mit klassizistisches Repertoire an Ornamenten

Die Schnitzereien verwenden Motive, die direkt aus der antiken Formensprache stammen:

Vasen- und Lyramotiv: Die zentrale Rückenlehne zeigt eine stilisierte Vase oder Lyra – beides Symbole für Kultur und Harmonie, die im Klassizismus allgegenwärtig waren.

Festons (Girlanden): Die sanft schwingenden Blattgirlanden in der Lehne sind typische dekorative Elemente dieser Zeit.

Rosetten: Die quadratischen Felder über den Beinen mit geschnitzten Blüten (Rosetten) sind klassische Verbindungselemente des Louis-seize.

Die „Galerie“ in der Rückenlehne

Die Reihe aus durchbrochenen Ringen am oberen Abschluss der Lehne ist ein sehr spezifisches Merkmal, das man häufig bei hochwertigen Möbeln aus deutschen Werkstätten dieser Epoche findet. Es verleiht dem Möbelstück Leichtigkeit und Eleganz.

Johannes Kössler

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