Barock-Spiegel, süddeutsch um 1750, Linde profiliert, geschnitzt, gefasst, graviert und blattvergoldet. Wohl originales Spiegelglas mit weichem Facettenschliff.
Breite: 54 cm Höhe: 82 cm
Der fein geschnitzte und vergoldete Barock-Spiegel mit Eckzierden und floralem Dekor überzeugt mit seinen feinen Details und dem guten Erhaltungszustand. An ihm haben sich gro0e Teile der originalen Oberfläche und seiner hochwertigen Blattvergoldung auf rotem Poliment erhalten.
Warum ist ein antiker, fein geschnitzter und polimentvergoldeter Barock-Spiegel besonders wertvoll?
Ein antiker, handgeschnitzter und polimentvergoldeter Spiegel ist ein kunsthandwerkliches Meisterwerk, bei dem Materialwert, Arbeitsaufwand und historische Seltenheit zusammenkommen.
Die Hauptgründe für den hohen Wert
Extremer Arbeitsaufwand der Polimentvergoldung: Die Polimentvergoldung ist die aufwendigste aller Vergoldungstechniken. Der Holzrahmen wird in zahlreichen Schritten mit Kreidegrund aufgebaut, graviert und feingeschliffen und mit einer tonhaltigen Schicht (Poliment/Bolus) versehen. Erst darauf wird hauchdünnes Blattgold aufgelegt und mit einem Edelstein (Achat) auf Hochglanz poliert und eventuell wieder mattiert.
Handgeschnitzte Unikate: Im Gegensatz zu späten, preiswerteren Spiegeln aus dem 19. Jahrhundert (deren Ornamente oft aus Gips oder Stukkatur geformt wurden) besteht der Rahmen hier vollständig aus handgeschnitztem Massivholz. Jede Rocaille, jede Blüte und jeder Durchbruch ist ein Einzelstück eines Bildhauers.
Sehr hohe Empfindlichkeit und Seltenheit: Kreidegrund und Polimentvergoldung reagieren extrem empfindlich auf Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen und unsachgemäße Reinigung. Spiegel, die über hunderte von Jahren im Originalzustand mit intakter Substanz und schöner Patina erhalten geblieben sind, sind auf dem Antiquitätenmarkt selten.
Historisches Quecksilber-Spiegelglas: Oft besitzen diese Stücke noch das originale, gewalzte und polierte Glas mit Quecksilber-Amalgam-Beschichtung. Es erzeugt eine charakteristische, weiche und leicht schimmernde Reflexion sowie altersbedingte kleine „Lichtpunkte“ (Oxidation), was von Sammlern besonders geschätzt wird.
Repräsentativer Status: Im 18. Jahrhundert waren sowohl großflächiges Spiegelglas als auch vergoldete Schnitzarbeiten reine Luxusgüter des Adels, des Klerus und des gehobenen Bürgertums. Dieser historische Manufaktur-Charakter verleiht ihnen bis heute einen hohen Sammlerwert.


