Kleine Kommode um 1800 in Stollenbauweise, Baden um 1800, Nussbaum massiv und furniert auf Nadelholz. Zwei Schubladen mit originalen Schlössern und alten Beschlägen. Auf der Front vierfach gespiegeltes Furnier und zwei geschnitzte Rosetten über den Füssen. Darunter kleine Kehlungen und am Fussende Verstärkungen. Originale Holzoberfläche mit leichten Gebrauchsspuren und Patina.
B.: 89 cm H.: 81 cm T.: 48 cm
Bei dieser kleinen Kommode um 1800 handelt es sich in ihrer Gestaltung und Ausführung um ein typisches Möbel aus dem Südwesten Deutschlands, also Baden, wie sie dort Ende des 18. Jahrhunderts gefertigt wurden.
Was unterscheidet dieses Möbel von einem schlichten Biedermeier-Stück?
Obwohl beide Möbeltypen um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert gefertigt wurden und stilistisch nah beieinanderliegen, unterscheidet sich diese klassizistische Kommode (Louis-Seize um 1800) in mehreren wesentlichen Punkten von einer typischen Biedermeier-Kommode (ca. 1815–1848):
Gegenüberstellung der Stilmerkmale
Diese kleine Kommode zeigt noch die Eleganz und den architektonischen Aufbau des Klassizismus (Louis-Seize) mit ihren filigranen Beinen und der geschnitzten Rosetten-Applikation. Eine Biedermeier-Kommode hingegen verzichtet fast vollständig auf Schnitzereien und setzt stattdessen auf ruhige, geschlossene Flächen und minimale Beschläge.




